Eine neue Studie aus dem US-Bundesstaat Washington zeigt: In Gebieten mit Pumas gibt es deutlich weniger Wildunfälle mit Großohrhirschen. Das dürfte daran liegen, dass die Hirsche dort häufiger tagsüber aktiv sind und sich verstärkt in abgelegenen Gebieten aufhalten.

Auf der Olympic-Halbinsel im Westen des US-Bundesstaats Washington gehen mehr als 90 Prozent der Wildunfälle auf Kollisionen mit Großohrhirschen (Odocoileus hemionus) zurück. Dabei ist das Risiko für die Zusammenstöße je nach Gebiet unterschiedlich hoch. Im Rahmen einer aktuellen Studie haben Forschende um Justin Suraci und Mark Elbroch untersucht, ob das mit der Ab- bzw. Anwesenheit von Pumas (Puma concolor) zusammenhängt, die Jagd auf die Hirsche machen. Dazu analysierten sie Aufnahmen von Kamerafallen und werteten zusätzlich Bewegungsdaten von 59 besenderten Pumas aus.
Tatsächlich stellten die Forschenden fest, dass Pumas das Risiko für Zusammenstöße zwischen Autos und Großohrhirschen deutlich beeinflussen. Das beeindruckende Ergebnis ihrer Modellrechnung: In pumareichen Gebieten sinkt die Zahl der Kollisionen in einem Fünf-Jahres-Zeitraum um ganze 76 Prozent.
Doch wie lässt sich dieses Ergebnis erklären? Um dieser Frage nachzugehen, griffen die Forschenden ebenfalls auf Aufnahmen der Kamerafallen zurück. Diese verrieten ihnen, dass die Großohrhirsche in Gebieten mit Pumas ihr Verhalten veränderten: Sie waren zum einen häufiger tagsüber aktiv und hielten sich zudem verstärkt in abgelegenen Gebieten auf, die weniger von Straßen durchzogen waren. Beides könnte ihnen vor den Raubkatzen Schutz bieten. Denn diese jagen vor allem nachts bzw. in der Dämmerung und sind dabei an Randgebieten von Wäldern besonders erfolgreich. Gleichzeitig führt die Verhaltensanpassung vermutlich dazu, dass die Hirsche seltener mit Autos zusammenstoßen – einerseits, weil Autofahrende sie im Hellen früher bemerken als im Dunklen, und andererseits, weil sie sich von Straßen fernhalten.
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Aus unserer Rubrik: „In aller Kürze“.


