Fledermäuse jagen bevorzugt über Präriehund-Kolonien

Schwarzschwanz-Präriehunde leben in großen Kolonien in der nordamerikanischen Steppe. Durch ihr Graben und Grasen verändern sie ihre Umwelt erheblich – und locken dadurch viele andere Tiere an. Eine aktuelle Studie legt nahe, dass davon wiederum Fledermäuse profitieren.

von Niklas Kästner

In der nordamerikanischen Steppe zuhause: Schwarzschwanz-Präriehunde
In der nordamerikanischen Steppe zuhause: Schwarzschwanz-Präriehunde (Foto: Lolame via Pixabay, zugeschnitten)

Schwarzschwanz-Präriehunde (Cynomys ludovicianus) sind in den Steppengebieten des zentralen Nordamerikas weitverbreitet. Dort leben sie in teils riesigen Kolonien, die aus vielen einzelnen Haremsgruppen bestehen.

Durch das Abfressen der Grasflächen und das Graben im Boden kommt den Nagern in der Prärie eine bedeutende Rolle zu: Untersuchungen haben gezeigt, dass unterschiedliche Tierarten von ihrer Anwesenheit profitieren und die Biodiversität im Umfeld ihrer Kolonien deutlich erhöht ist. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie legen nahe, dass es auch Fledermäuse in die Nähe der Präriehunde zieht.

Die Studie

Der Wissenschaftler Rick Adams untersuchte in Colorado über mehrere Nächte hinweg die Fledermausaktivität über vier Präriehund-Kolonien und über vier benachbarten Flächen, auf denen keine Präriehunde lebten. Dazu installierte er Detektoren, die die Ultraschalllaute der Fledermäuse aufnahmen und so ihre Anwesenheit verrieten. Das Ergebnis: Über den Präriehund-Kolonien war die Aktivität der Fledermäuse insgesamt mehr als doppelt so hoch wie über den Vergleichsgebieten.

Fazit

Das Ergebnis der Studie legt nahe, dass Fledermäuse bevorzugt über Flächen jagen, auf denen Schwarzschwanz-Präriehunde leben. Wie lässt sich das erklären? Adams vermutet, dass in und über den Kolonien der Nager mehr Insekten leben und dass diese die Fledermäuse anlocken. Er hält es sogar für möglich, dass sich das auch für die Präriehunde auszahlen könnte – zum Beispiel indem die fliegenden Jäger mit ihrem Kot den Boden düngen.

ETHOlogisch unterstützen

Auf ETHOlogisch.de bieten wir verlässliche und unabhängige Informationen zum Verhalten, Denken und Fühlen von Tieren.

Für die Finanzierung unseres Angebots setzen wir auf ein solidarisches Bezahlmodell. Wir möchten allen herzlich danken, die ETHOlogisch unterstützen!

Wie Sie ETHOlogisch unterstützen können, erfahren Sie hier.

Zur Fach-Publikation:
Adams, R. A. (2021): Do black-tailed prairie dog (Cynomys ludovicianus) colonies attract foraging bats? Journal of Zoology.

Wenn Sie auf diesen Artikel verweisen möchten, können Sie das zum Beispiel so tun:
Kästner, N. (2021): Fledermäuse jagen bevorzugt über Präriehund-Kolonien. ETHOlogisch – Verhalten verstehen (www.ethologisch.de, abgerufen am [Datum]).

Wir freuen uns über Anmerkungen, Fragen oder Feedback im Kommentarbereich! Allerdings behalten wir uns vor, Kommentare zu löschen, die unserer Meinung nach rechtswidrig oder aus anderen Gründen unangemessen sind. Bitte beachten Sie auch die Hinweise zur Kommentarfunktion in unserer Datenschutzerklärung.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.